Junior-Racing-Team

Suzuki Motoshop Zachmann

CH - FMS - St. Stephan

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Rennbericht-2009-FMS-St-Stephan-V4

Hallo (Racing)Fans,

hier mein Bericht von der vierten Veranstaltung zur Schweizer Meisterschaft, ausgetragen - besser gesagt ausgefahren- in St. Stephan (Kanton Berner Oberland)!

Bei der Anreise kommt schon Urlaubsstimmung auf, vorbei am idyllischen Thuner See, dann runter von der Autobahn 'ab in die Berge' durch wunderschöne Ortschaften hoch bis nach St. Stephan...

Der Rennpark ist auf einem Flugplatzgelände, das Fahrerlager ist deshalb komplett Asphaltiert und eben!

Schon in den Freitrainings habe ich sofort einen guten Rhythmus gefunden, aufgefallen ist mir, dass das Offroad neu gestaltet war und der Boden sehr verdichtet war, wenngleich ich ein Offroad bevorzuge, der kerniger ist – so gibt es aber dennoch verschiedene sehr selektive Stellen in diesem sensationellen und einmaligen Top Circuit mit seinen sehr schnellen Passagen!

Zeiten von den Freitrainings zu kommentieren unterlasse ich, denn es macht wenig Sinn da schon am Limit zu sein...

Fürs Zeittraining habe ich mir vorgenommen meine Yellow-Magic-Rakete #4 in die erste Reihe zu stellen – ich bin einfach mal davon ausgegangen, dass durch Windschattenfahren das Feld im Rennen recht lange dicht beisammen bleiben würde – und dann reicht es 'mitdabei zu sein' ...

In der Eingangsrunde halte ich mich nie auf der Ideallienie auf (zuviele Anhänger die meinen, meine kräftige als Lokomotive nutzen zu können...) - bin aber trotzdem schon mal gleich 'neben der Spur' eine 1.16'er Zeit gefahren, in Runde 2 habe ich dann erstmals ein 'wenig gezogen' (mit dem Ziel eine tiefe 12'er Zeit oder vielleicht schon hohe 11'er Zeit zu realisieren) aber schon aus dem Offroad raus, wo ich untertourig fahre bemerkte ich, dass was nicht stimmt, in der nächsten Powerpassage – hier bin ich mit vollem Power unterwegs – war es wieder dieses ungute Gefühl, dass was nicht stimmt – trotzdem bemühte ich mich diese Runde zu beenden aber es wurde nur eine 1.14,125 – ich unternahm noch ein Versuch aber jetzt stand fest: ich hatte ein Problem, untenrum und obenrum wollte meine Suzi nicht so richtig gehen und so wurde es dann mit der Runde im mittleren Drehzahlbereich eine 1.13,981 das wird nicht reichen! Nachdem mir der Motor ausging entschloss ich mich mein Bike zu schonen und habe es durchs Infield zurückgeschoben – bis in die Helferbox! Dort checkte mein Vater ein paar Dinge und startete den Motor – es war auf dem Zeitenmonitor nicht auszumachen ob die Eingangsrunde mitgezählt wird – falls nicht hätte ich nämlich eine Runde zuwenig und wäre nicht qualifiziert! Deshalb bin ich dann nochmals in langsamer Fahrt über die Ziellinie gerollt um dann wieder rauszufahren und zurückzuschieben (ausserhalb der Fahrbahn natürlich!!!), jetzt war ich erstmal machtlos im Kampf um die Startplätze!

Die anderen Jungs gaben mächtig Gas und ich musste zuschauen, am Ende bedeutete das, dass für mich den Startplatz 14 (also der letzte in Reihe 4!!!). Oh-je dass wird nicht so einfach werden!

Um kein weiteres Risiko einzugehen, haben wir beim Teambriefing beschlossen denn (Serien-)Motor aus meiner Crosser zu entnehmen und diesen in meine SuMo eingebaut wird.

Sonntag:

Als ich morgens aufgestanden bin, war alles erledigt und mein Babe wartet schon darauf, mit mir um den Kurs zu jagen! Im Wurm Up war es Stellenweise noch nass (nachts hat es heftig geregnet) – für mich war es nur ein Funktionscheck und ich testete noch ein paar diverse Linien!

Start Rennlauf 1:

Halbes Feld vor mir und noch mal so viele hinter mir, - so ist es wenn mann eingeklemmt wird, ich war vorsichtig, denn ich muss ja nicht gewinnen – aber für eine anständige Portion Punkte muss ich die Zielflagge sehen! Auf der langen Geraden verschaffte ich mir einen Überblick und begann anzugreifen, bis Ende Runde 1 konnte ich hauptsächlich in den Bremszonen noch mehrere Plätze gutmachen und wurde als neunter notiert. Nach und nach arbeitete ich mich nach vorne durch und übernahm in Runde 8 den dritten Platz, vor mir der gut aufgelegte #79 Roman Peter (Team Brun Yamaha) den ich in Runde 10 aus dem Windschatten heraus – hinein in die Schikane überholen konnte. Jetzt war ein kleiner Abstand zu dem führenden #66 Michael Kunz (Team SBK-Husqvarna) den ich aber in der letzten Runde (Runde 11) schliessen konnte und dank meiner enormen Drehmomentpower meiner Zachmann Suzuki konnte ich ihn Ausbeschleunigen und so mit nur einer halben Runde Führungsarbeit aber dafür reichlich Überholmanöver sicherte ich mir den siebten Laufsieg in Folge (also alle) dieses Jahr. Für #66 Michi tat es mir ein wenig leid – er ist sicherlich einer der stärksten Fahrer hat aber diese Jahr wenig Rennglück (immer wieder Zwischenfälle oder Ausrutscher) – aber so hat er wenigstens ein Podiumsplatz für den netten und immer zu Spässchen aufgelegten jungen Mann.

Ich muss ehrlich gestehen, dass ich nicht unbedingt mit einem Sieg gerechnet hätte, aber nach der Analyse der Rundenzeiten war ein weiteres kleines Geheimnis gelüftet: als einigster Youngster Fahrer konnte ich 1.11'er Zeiten (schnellste Runde: 1'11.490) fahren, 4 Fahrer schafften 1.12'er und 4 weitere Fahrer konnten 1.13'er Zeiten erreichen.

Jetzt waren die Konkurrenten gewarnt vor dem gelben Blitz (Zitat Streckensprecher) und werden wohl über geeignete Gegenmassnahmen nachdenken...

Für den zweiten Lauf lies ich nochmals kleine Korrekturen an der #4 Suzi vornehmen um ggf. andere Strategie wählen zu können – falls dies erforderlich sein sollte!
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Rennlauf 2:

Der Start war ok – ich konnte aber nicht durch beschleunigen, vor mir fädelte das ganze Feld ins Nadelöhr ein – wirklich 'Raum gewinnen' ist fast nicht möglich und in den ersten Kurven kann mann sowieso kein Rennen gewinnen (aber man kann dort ein Rennen verlieren)! Also Einen nach dem Anderen einholen, überholen usw. usw.

Ich musste allerdings sehr aufpassen – vor dem Rennlauf hatte es kurz geregnet und ein Paar waren auf Regenreifen gestartet, die Fahrbahn war allerdings schon überwiegend wieder trocken – so musste ich nicht nur auf die feuchten Stellen aufpassen, sondern auch auf die Jungs die mit Regenpneu fuhren – und ab und zu musste auch noch der Blick nach oben sein, bei den dunklen tiefhängenden Wolken hätte es jeden Moment losregnen können...

Mir gefiel es – wenn es anspruchsvoller wird erhöhen sich meine Chancen!

In Runde 8 übernahm ich den dritten Platz – hatte allerdings noch rund 6 Sekunden Rückstand die es galt aufzuarbeiten! Beide Fahrer waren schon mit mir in der Youngster-85-Klasse unterwegs: #7 Marcel Baumgartner (15 Jahre, Dieterswil, Team DP-KTM) und #20 Steve Freidinger (aus Lyss, der nur ein paar Wochen älter ist wie ich und damit zweitjüngster des Feldes), es gelang mir mit einer Kleinserie von schnellsten Runden (absoluter Rundenrekord: 1'10.223) den Rückstand wett zu machen und Eingangs der 11-ten Runde (Last Lap / Letzte Runde) war ich dran! Steve holte ich mir in der zweiten Schikane auf der Bremse, Marcel konnte ich im Offroadteil durch eine geschickte Linienwahl überholen – und wieder in der letzten Runde Führung übernehmen – und soviel vorweg: auch ins Ziel gebracht!!! Steve hat Marcel offensichtlich buchstäblich 'auf den letzten Metern' überholen können und war im Ziel mit einer Zehntel Sekunde vor Marcel!

Noch eine kleine Anmerkung zu den Rundenzeiten / Bestmarken (hier als Tabelle dargestellt):

Lap- Rekord-
Rang

Nr. #

Name, Vorname

Bike

Best Time

Zielankunft
/Platz

1

4

SCHMIDT, Marc-Reiner

Zachmann-Suzuki

01'10.232

Pl. 1

2

66

KUNZ, Michael

SBK- Husqvarna

01'11.621

Pl. 6

3

20

FREIDINGER, Steve

MM-KTM

01'11.839

Pl. 2

4

7

BAUMGARTNER, Marcel

DP-KTM

01'11.999

Pl. 3

5

34

GOSSO, Simon

Yamaha

01'12.268

Pl. 5

6

79

PETER, Roman

Brun-Yamaha

01'12.525

Pl. 4

7

88

ROBINOT, Geatan

DSR-Suzuki

01'12.911

Pl. 8

8

5

MEIER, Julian

Moto Mader KTM

01'12.970

Pl. 7

Lediglich ein weiterer Fahrer schaffte noch eine 01'12'er Rundenzeit, danach 13'er und höher!
Natürlich spielen die Rundenzeiten für die Punkte und Meisterschaft keine Rolle – aber trotzdem mal interessant, oder?
Falls Ihr Ergebniss zweiter Lauf sehen wollt bitte <hier> klicken. Die Tageswertung (Podium) sah so aus:

Rang

Nr. / #

Name, Vorname

Team und Bike

Punkte f.
Tageswertung

1

4

SCHMIDT, Marc-Reiner

Junior-Racing-Team.de
Zachmann-Suzuki

50

2

79

PETER, Roman

Team Brun.
Brun-Yamaha

38

3

20

FREIDINGER, Steve

Mad Maxla
KTM

37

4

66

KUNZ, Michael

SBK
Husqvarna

37

5

7

BAUMGARTNER, Marcel

DP-KTM

36

6

34

GOSSO, Simon

Team Gosso
Yamaha

34

Für die vollst. Wertung klickt Ihr bitte <hier>!

Vier von sieben Veranstaltungen sind vorüber, Die Sommerpause steht vor der Tür, Zeit mal Zwischenbilanz zum Thema Meisterschaft zu ziehen: 8 von 8 Läufen gewonnen -> 200 Punkte, mehr geht nicht!

Sonst noch:

Normalerweise findet Ihr am Ende des Rennbericht immer noch Zusatzinformationen – hauptsächlich zur Technik, dieses mal behandeln wir mal ein ganz anderes Thema: Sportlichkeit, der Umgang der Fahrer untereinander usw.!

Ich fang jetzt einfach mal mit mir an: ich glaube ich kann sagen, dass ich an diesem Wochenende einige Überholmanöver getätigt habe, dabei habe ich kein einziges mal einen anderen Fahrer berührt, keinen Sturz verschuldet - noch nicht mal einen aus der Spur gedrängt! Auch streuen wir keine Gerüchte über Mitbewerber oder versuchen die Fahrer untereinander aufzuhetzen (Seht doch mal meinen Bericht von St. Wendel (in D.), was da alles vorgefallen ist – dies erforderte sogar eine Stellungnahme von meinem Vater, mein Onkel Egon hat die Dinge aus seiner Sicht dargestellt). Ich glaube, ich kann sagen, dass da trotz meiner erst 13 Jahren einfach aufgrund meiner Erziehung schon so manches mehr gelernt habe...

Abschliessend zu diesem Thema möchte ich anmerken: die meisten müssen am Montag entweder wieder in die Arbeit (die Älteren), die mittleren an Ihre Ausbildungsstelle und die Jungen wieder in die Schule, kaum Einer macht in dem Sport soviel Kohle, dass es egal ist, wenn er in einen Unfall verwickelt wird und dadurch ausfällt! Ich jeden falls kann jedem anderen Fahrer in die Augen schauen, auch nach harten Duellen – denn die Zuschauer wollen Sport sehen, gerne auch Sport mit Zweikämpfen aber sicher keine unsportlichen Attacken! Mir wurde in St. Stephan von den meisten meiner Klassenkollegen gratuliert – obwohl ich zuvor von dem Mittelfeld aus nach vorne gefahren bin – keiner mag es wenn er überholt wird – aber das WIE spielt eben auch eine Rolle!

An meine deutschen Fahrerkollegen:
Nehmt euch an den Schweizern ein Beispiel! Um die Zuschauer auch so zu begeistern und um diese positive Rückmeldung auch mal erfahren zu können solltet ihr über das oben geschriebene nachdenken, stellt euch vor wie der Sport sonst auf die Zuschauer wirkt – und ohne Zuschauer ist der Sport nichts! Damit schliesse ich dieses Thema ab...

Demnächst erfahrt Ihr evtl. mehr über Räder (Felgen) und Reifen – oder über andere spannende Themen, lasst euch überaschen!

Was schreiben andere:

  • supermoto.ch
    <hier>

Für Termine (Trainings und Rennen) schaut bei uns in den <Eventkalender>, bis bald wieder,

euer (hoffentlich) Lieblingsfahrer,

Marc-Reiner Schmidt #4
aus Friedrichshafen am Bodensee

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